Heartbreak Engines

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Die HEARTBREAK ENGINES sind keine unbekannte Band mehr in unseren Landen. Und nicht nur hier. Wer von ihnen bisher nichts gehört hat, ist selbst Schuld. Der sollte mal die allseits bekannten Tauschbörsen aufsuchen und wenigstens mal ein Ohr riskieren und bei Gefallen schleunigst in einen Plattenladen rennen und sich ein Album von ihnen besorgen. Es gibt ja bisher erst 2. Empfehlen kann ich aber das dieser Tage erscheinende neue Werk namens „Love Murder Blues“. 11 1/2 abwechslungsreiche Punk´a´Billy Kracher, die es wirklich in sich haben. Mal schneller, mal langsamer. Ach, einfach gut. Grund genug, mich mal mit den Jungs zu unterhalten. Was sie über die neue Platte, Raubkopierer, Videos undundund alten, erfahrt Ihr hier.

Hey, Ihr seid ja schon eine ganze Weile im Geschäft. Trotzdem würde ich gern erstmal ein paar Fakten wisse. Wie lange denn schon, Veröffentlichungen, Besetzungswechsel und hassenichjesehen. Die Geschichte eben…
Grischa und Syd von den Engines hier. Moin.
Grischa: Ne ganze Weile ist gut. Wir haben uns erst vor ca. 2,5 Jahren gefunden. Das Ganze war zuerst ein aus ner Sauflaune von Lou und mir entstandenes Projekt. Wir wollten einfach das, was wir bis dato gemacht hatten mischen. Eben was Neues ausprobieren. Lou hatte sehr schnell Musiker aus einer alten Band von ihm (ROCKETBOYS) am Start und es fing an. Kurz nach der Aufnahme unseres ersten Albums gingen wir 5 Wochen mit DEMENTED ARE GO auf Europa-Tour. Super Zeit. Im Sommer darauf verließ uns unser Gitarrist Fuse aus familiären Gründen und wir fanden Dan als neues Bandmitglied. Mit ihm sind wir sofort für 2 Wochen mit NEKROMANTIX auf Europa-Tour gefahren. Das war ebenfalls ne tolle Erfahrung. Im Frühjahr dieses Jahres nahmen wir unser neues Album in Wuppertal auf. Jetzt ist die Zeit gekommen es dem Publikum vorzustellen. Wir planen im Herbst wieder 2 Wochen durch Europa zu fahren. Außerdem im November Skandinavien usw.

Bereits mit Eurem Debütalbum seid Ihr auf PLY gelandet, was ja wohl ein Traum für jede Punk´a´Rock´a´Psychobillyband sein dürfte. Wie kam es dazu? Einfach nur Demos verschicken? Harte Arbeit oder einfach nur „gut sein“…!?
Grischa: Lous alte Band war schon auf People Like You und Andre kannte mich von PITMEN. Wir haben ihn einen Abend getroffen und ihm von unserem Vorhaben erzählt. Er war Feuer und Flamme und bat um einen Demo-Song. Wir gingen schnell ins Studio und produzierten ne Nummer, das war der Song „But If I’m too drunk“. Andre war begeistert und er brachte den Song auf einem Sampler raus. Kurz darauf bot er uns an, ne Platte bei ihm zu machen. Ok, wir rannten wieder ins Studio und nahmen unsere erste Scheibe auf.
Syd: Es ging wirklich alles sehr schnell und wir sind nach wie vor sehr dankbar für diese Chance. Hätten wir allerdings Schrott abgeliefert hätten auch die ganzen Connections nichts genützt. Andre hat da einfach das Potenzial gesehen.

Immer wieder kommen aus dem Ruhrpott ja großartige Kapellen jeglicher Couleur. Warum ist das so? Inwieweit habt Ihr Bezug zu Eurer Herkunft? Wie sieht der Kontakt mit anderen Bands aus? Und wie schaut´s generell momentan im Ruhrpott in Sachen Szeneaktivitäten aus?
Grischa: Im Pott? Lustigerweise haben wir uns noch nie wirklich darum gekümmert in unserer Heimat präsent zu sein. Es hat fast 2 Jahre gedauert bis wir mal in Essen gespielt haben. Bands gibts hier ne Menge. Klar, wir kennen ne Menge. Wir leben alle miteinander und freuen uns, die Bands in unserer Heimat live erleben zu dürfen. Ich denke es gibt auch keinen Neid oder ähnliches untereinander. Konzerte gibts hier sehr viele. Wenn wir am Wochenende Zeit haben gehen wir auf das ein oder andere.

Wenn ich mich richtig erinnere, kommt Ihr direkt aus Bochum. Dann dürfte Euch ja der Plattenladen DIRTY FACES was sagen. Nun, der macht ja jetzt wohl zu (Das Label existiert aber weiter - Anm. d. T.). Findet Ihr das traurig. Woran liegt das? Kein Nachwuchs da, oder würdet Ihr das auch auf die ewige Diskussion um die CD-Brennerei schieben?
Grischa: Wir kommen aus Essen, aber es sei dir verziehen! Den Plattenladen kenn ich leider nicht. Ich habe früher immer bei Discover in Bochum eingekauft. In Essen sind wir aber mit Plattenläden auch sehr gut bestückt. Die meisten Platten kaufen wir aber auf Festivals.
Syd: Den Laden kenn ich auch nicht, das heißt aber nichts, da ich so gut wie nie neue Sachen kaufe.

Nun, da Ihr ja mittlerweile etwas bekannter seid - wie steht´s denn bei Euch generell um das Thema „Raubkopieren“? Müsst / Könnt Ihr von der Musik leben? Oder seht Ihr es immer noch als Methode an, bekannter zu werden?
Grischa: Ich kenne kaum jemanden, der von dieser Art Musik leben kann. Vor Raubkopierern haben wir keine Angst. Schließlich werden unsere Tonträger nicht für Unsummen angeboten. Die Leute in der Szene haben lieber das Original in der Hand als ne Kopie. Wir erleben oft, dass Leute an unseren Merch-Stand kommen und sagen, sie hätten eine Kopie, wollen aber gerne das Original.
Syd: Ich denke, dass man das Problem der Raubkopiererei ganz einfach durch die Qualität des Produktes minimieren kann. Ich habe ja selbst keinen Bock mir ein Album zu kaufen, von dem mir dann nur 2,3 Nummern gefallen und der Rest offensichtlich Füllmaterial ist. Kopien wurden immer schon gezogen, früher waren es halt Tapes. Wenn ein Album wirklich geil ist geht man los und kauft es sich, damals wie heute.

Eure neue Platte empfinde ich als sehr abwechslungsreich. Da gibt es schnelle Nummern, langsamere, ja fast schon balladenhafte Stück und auch mal ganz ausgefallene Sachen, wie das letzte Stück. Wie kam es dazu? Ward Ihr Euch nicht einig, in eine bestimmte Kerbe zu schlagen oder wolltet Ihr gerade das nicht?
Grischa: Ist es nicht langweilig wenn eine Platte aus 11-mal demselben Song besteht? Wir spielen unsere Nummern und stehen dazu. In eine Kerbe oder Schublade wollen wir nicht. Wir denken, dass es uns auf unserer aktuellen Platte gelungen ist, ein relativ breites Publikum anzusprechen. Auf unseren Konzerten feiern nicht nur Punks, sondern auch Psychos, Heavys und was es sonst noch alles gibt.
Syd: Ein Album nach dem Motto „jetzt brauchen wir noch einen schnellen Song, jetzt noch ne Ballade usw.“ zu schreiben funktioniert für uns nicht. Das, was letztendlich auf der Platte zu hören ist, sind einfach die unserer Meinung nach besten Songs, die wir zum jeweiligen Zeitpunkt geschrieben haben. Wie Grischa schon sagte achten wir natürlich darauf, dass das Album als Ganzes dann auch abwechslungsreich und dadurch spannend und interessant wird. Das ist uns bei dem neuen Album auch sicherlich besser gelungen als beim Debut.

Das letzte Lied auf Eurer Platte, welches nicht auf der Tracklist auftaucht, hört sich an, wie AC/DC auf Crack. Wie kam es denn dazu?
Grischa: Ne Spaßnummer. Klaro. Im Studio waren alle Mikros offen und wir haben einfach Bock gehabt mal ne Runde Schrott zu spielen. Es hat uns so gut gefallen, dass wir es mit auf die CD genommen haben.
Syd: Das ist übrigens wirklich Lou der da singt! Allein der Gesichtsausdruck unseres Produzenten Tim Buktu bei der Entstehung dieses Meisterwerkes war göttlich! Wir alle mögen natürlich AC/DC, nicht das da was falsch verstanden wird.

Auf PLY zu sein, heißt ja immer auch, daß die Möglichkeit besteht, international erfolgreich zu sein. Wie sieht es da bei Euch aus? Seid Ihr schon viel im Ausland herumgekommen? Von woher kommt so Eure Fanpost her und was ist da in der Zukunft noch so geplant?
Grischa: Wie alle Bands wollen wir unbedingt in die Staaten. Wir bekommen ne Menge Fanpost von dort. Ansonsten haben wir in Europa vom Mittelmeer bis zur Ostsee fast alle Länder bereist. Auf verschiedenen Konzerten und Record-Hops hören wir oft einige Nummern von uns. Es ist schon schön zu sehen, dass es gefällt!
Syd: Ganz generell wollen wir einfach überall spielen wo man uns sehen will!

Videodrehs sind ja momentan schwer angesagt, auch wenn sie selten auf den bekannten „Musik“-Sendern laufen. Wann kommt Euer erstes Video? Eure Musik bietet sich ja geradezu an, so was zu machen.
Grischa: Danke für das Lob. Unser Label denkt im Moment darüber nach. Wir hätten natürlich schon Bock in diesem Bereich was zu machen. Wir haben im August erstmal nen Live Auftritt im TV. Danach schauen wir mal...
Syd: Schön das du das sagst. Wir denken auch, dass auf „Love Murder Blues“ mindestens 3,4 Songs sind, die man hervorragend visuell umsetzen könnte, da muss man halt abwarten, was machbar ist...

Ja, das war´s auch schon. Danke für die Beantwortung der Fragen. Gibt es von Eurer Seite noch was anzumerken?
Syd: Wir sind wirklich stolz auf dieses Album und hoffen einfach, das die Leute Spass daran haben werden! In diesem Zusammenhang möchte ich gerne noch mal erwähnen wie toll die Zusammenarbeit mit Tim Buktu im Studio war. Ansonsten freuen wir uns tierisch auf die Tour und versprechen euch die volle Ladung Engines Rock n’ Roll! See you on tour!